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Termine KRV von 1897 e.V.

Mi Sep 12 @19:30 - 09:30PM
Ausschusssitzung
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  Pressespiegel

2015/03 Der Falter - Das Bootshaus des Kitzinger Rudervereins von 1897 e.V.

aus Kitzinger Stadtmagazin "Der Falter" - Ausgabe 03/2015
von Katharina Hein, Schülerin der Kollegstufe AKG

Geht man auf der Etwashäuser Seite am Main entlang spazieren, ist das erste, was einem auffällt, die schöne Uferpromenade auf der gegenüberliegenden Mainseite. Der Blick fällt auf die am Fluss gelegenen Häuser, den Turm der katholischen und evangelischen Kirche, den der alten Synagoge und die schiefe Helmspitze des Falterturms. Lässt man ihn weiter schweifen, ist der Deusterturm zu erkennen, und kurz bevor dieser schöne Anblick seinen Abschluss an der neuen Nordbrücke findet, entdeckt man das Gebäude des Kitzinger Rudervereins, das Bootshaus. Mit seiner repräsentativen Erscheinung ist es ein wichtiges Element dieses prächtigen Panoramas. Die Adresse ist Mainstockheimer Straße 2.

Als ich das Bootshaus als mein Seminararbeitsthema auswählte, wusste ich nicht wirklich viel darüber. Ich fand es nett anzusehen und mir war klar, dass es das Vereinsheim des Kitzinger Rudervereins ist, aber mehr auch nicht. Vielleicht geht es ja mehreren Kitzingern so. Da ich aber nun weiß, dass es lohnt, sich mal genauer mit diesem Bauwerk zu befassen, werde ich im Folgenden versuchen, Ihnen das Bootshaus und dessen Geschichte etwas näher zu bringen. 

In der Chronik des Rudervereins liest man unter Vereinsnachrichten aus dem Jahr 1925 zur bevorstehenden Einweihung des Hauses: „Stolz, gleich einer kleinen Burg, steht das neue Ruderheim draußen am Ufer unseres Maines als eine Zierde unserer Stadt und als ein ehrendes Denkmal für die Schaffenskraft unseres Vereins.“ Bis dahin konnte man bereits auf eine kurze, aber erfolgreiche Vereinsgeschichte zurückblicken. Das Gebäude ist Ausdruck des prosperierenden Vereins, der im Jahr 1897 von den Herren Caspar Nieser, Georg Maier, Prlt. und Adj. Hollweg, Karl Rottenhäuser, Heinrich Vonhaus, Hugo Zapf, Assessor Beck und Joh. Peter Wagner im damaligen Hotel „Zum Roten Ross“ gegründet wurde. Das erste Boot, das angeschafft wurde, trug den Namen „Crimhilde“. Schon bald wuchs die Flotte des Vereins. Anfangs wurden die Boote behelfsmäßig an verschiedenen Orten untergebracht. Bald gelang es aber dem Verein, von der Brauerei Kleinschroth einen Schuppen für die Unterbringung der Boote sowie ein dazugehöriges Haus als Vereinsheim zu pachten.

Im Jahre 1901 wurde in Kitzingen die erste Regatta ausgetragen. Vier Jahre später kaufte der Verein das bereits gepachtete Grundstück, jedoch unter der Bedingung, dort niemals ein Gasthaus zu errichten. Im selben Jahr wurde die noch heute genutzte Bootshalle errichtet, ein klarer, einfacher und funktionaler rot angestrichener Holzbau mit großem Tor. Das alte Vereinshaus wurde käuflich erworben. Es war sozusagen der kleinere und schmucklosere Vorgängerbau des heutigen Bootshauses.

Die Mitgliederzahl im Ruderverein stieg stetig. 1912 konnten auch Frauen den Rudersport im Verein ausüben. Wie historischen Fotos zeigen, nahm auch die Kitzinger Bevölkerung großen Anteil an den Regatten und anderen Veranstaltungen. Der Ruderverein genoss großes Ansehen in der Gesellschaft. Zur Regatta im Jahre 1914 kündigte sich sogar der bayerische König Ludwig III an, der den Besuch der Regatta vermutlich mit dem Besuch der Einweihungsfeierlichkeiten des Luitpoldbades verbinden wollte. Aufgrund des Attentats in Sarajewo und des Ausbruchs des Ersten Weltkrieges wurde jedoch der geplante Besuch abgesagt. 1924 begann die Planung des neuen Bootshauses. In den Vereinsnachrichten können wir lesen: “In all den Jahren stellten sich dann auch bei dem kleinen Bootshaus allerhand Mängel ein, deren bautechnische Behebung mit ziemlichen Kosten verbunden gewesen wäre. So entschloss sich der Verein anstatt Stückwerk gleich ganze Arbeit zu tun und ein neues Heim zu schaffen…“

Der 1895 gegründete Freimaurerzirkel „Thekla, eine Leuchte in Franken“ finanzierte das Gebäude mit und reservierte für sich die oberen Räumlichkeiten, in denen sich die Loge heute noch befindet. Der mit dem Werk betraute und später hochgelobte Architekt war ein Kitzinger Namens Richard Beitter. In seinen Händen lagen technische Planung und baukünstlerische Gestaltung. Das Werk war im Dezember 1925 beendet und am 1. Mai 1926 fand die offizielle Einweihung des Hauses statt. Sein Erscheinungsbild hat sich über die vielen Jahre hinweg kaum verändert.

Was ist es, das die Architektur dieses Gebäude so vornehm und elegant erscheinen lässt? Das unter Denkmalschutz stehende Bootshaus ist ein zweistöckiges Gebäude, dessen Erdgeschoss auf einem Sockel aus Muschelkalkbruchstein steht. Die Fassaden sind mit Rauputz versehen. Die Farbe ist ein Rotbraun mit einer Tendenz zu Altrosa. Fenster, Fensterrahmungen sowie gliedernde und schmückende Architekturelemente sind weiß, so dass ein heller und freundlicher Gesamteindruck gegeben ist. Das Haus besitzt ein steiles ziegelgedecktes Satteldach, welchem Stufengiebel vorgesetzt sind.

Die der Stadt zugewandte Giebelseite wird im ersten Obergeschoss von zwei diagonal vorgesetzten Eckerkern geziert, deren Stützen stufenweise nach außen kragen und diese Etage, hinter der sich das Herz des Hauses, nämlich der große Festsaal befindet, hervorheben. Der untere Abschluss des Erkers besteht aus einem stark profilierten Gesims und ist, wie alle architektonischen Gliederungselemente des Bauwerks, weiß. Die Dächer der Erker sind mit Schiefer gedeckt und schneiden in den Treppengiebel ein. Die Stufen dieses Giebels sowie die Türmchen tragen zum repräsentativen und „burgartigen“ Gesamtbild bei.

In der Denkmalliste wird das Gebäude deshalb als neugotisch bezeichnet. Die Formensprache des Hauses hat also historistische Bezüge, bedient sich aber darüber hinaus auch der damals aktuellen Formensprache der 20er Jahre, nämlich des Art déco. (vgl. Dieter Bilz, Der Falter 11/2013, S.19). Dafür sprechen die Fenstergliederung, die eckigen diagonal gesetzten Arkadenpfeiler, die vorkragenden zackig gestuften Konsolen der Eckerker und die dazwischen eingefügte, durch Arkaden gegliederte Aussichts- bzw. Zuschauergalerie zum Main hin. Diese war ursprünglich offen gestaltet, wurde aber später geschlossen bzw. verglast.

Der Kitzinger Ruderverein von 1897 e.V., der aktuell etwa 230 Mitglieder zählt, dessen Bootsbestand auf 44 angewachsen ist und dessen sportliche Leistungen großen Respekt verdienen, kann stolz auf sein Ruderheim sein. So bleibt zu hoffen, dass es auch in Zukunft verantwortungsvoll geschätzt und gepflegt wird, damit es noch lange unverändert erhalten bleibt.