• wanderfahrt.jpg
  • quintus5er.jpg
  • moritz8er.jpg
  • daemmerung.jpg
  • rhein.jpg
  • gb-gh.jpg
  • wandervierer.jpg
  • zwei2er.jpg
  • barke2.jpg
  • loiusa.jpg
  • damenzweier2.jpg
  • vierermitsonne.jpg
  • christian.jpg
  • vierermit.jpg
  • abrudern11.jpg
  • zweizweier.jpg
  • mainktabends.jpg
  • rrr.jpg
  • kt2er.jpg
  • geneva.jpg

Termine KRV von 1897 e.V.

So Jul 21
Bayerische Meisterschaft
Mi Sep 18 @20:00 - 09:30PM
Ausschusssitzung
Sa Okt 19
Bocksbeutelregatta
So Okt 20 @09:30 - 12:00PM
Abrudern
Fr Nov 01 @09:30 - 11:30AM
Friedhofsgang
Mi Nov 06 @19:30 - 09:30PM
Ausschusssitzung
Sa Nov 23 @09:00 - 12:00PM
Bootshausreinigung
Sa Nov 23 @19:00 - 11:00PM
Heringsessen

Vereinszeitung

KRV Bildarchiv

Seitenorientierung

Die Reise ins Tideland – die wechselnden Strömungen

 
...oder betreutes Rudern an der Weser und anderen Gewässern.
WhatsApp Image 2019 07 02 at 09.11.23b
Schon zum zweiten Mal verschlug es die Dienstagsgruppe nach Bremen – Vegesack.
Dass Steuerbord und Backbord eine ebenso wichtige Rolle wie Schnapszahlen beim Kilometerstand beim Wanderrudern spielen, hat die Dienstagsgruppe während der Lahnfahrt 2018 gelernt. In Vegesack kommen noch einige andere wichtige Grundsätze des Verhaltens auf Wasser während einer geselligen Ausfahrt dazu. Über das Erden unter Hochspannungsleitungen und das Einsetzen je nach Tide am Vereinssteg und das Mitrudern von Frauen am Vatertag sollten die Kitzinger und Vegesacker Ruderinnen und Ruderer ihre Lektionen bekommen.

1. Tag Anreise in Vegesack:
Über den Nachmittag bis Abend verteilt, erreichen wir unsere Unterkunft - das in Hafennähe liegende Atlantic-Hotel. Die schon früher angekommenen versorgen die durch Stau und Hitze gebeutelten Nachzügler mit einem standesgemäßen Sekt- und Bierempfang. Nach einer kurzen Pause zum Frischmachen geht es gleich weiter zum Abend- und Kulturprogramm mit der Bahn nach Bremen. Volker Osthus übernimmt die Betreuung der schon hungrigen Gäste. Das Ziel ist, nach einer kurzen Stadtführung in der Restauration „Ständige Vertretung“ in der Altstadt Bremens zu Abend zu essen. Leckeres Kölsch in ungewohnten kleinen Gläsern und regionale Küche wie Fischsuppe, Matjes mit Bratkartoffeln und Bremer Kipp begeistern die Runde. Nach dem Essen schlendern wir noch durch die Altstadt zum Bahnhof, um zurück nach Vegesack zu fahren, wo schon der Rest unserer Truppe in der urgemütlichen Bar im Hotel „Strandlust“ auf uns mit kühlen Getränken wartet.

2. Tag Kirchbootfahrt am Herrentag (Vatertag oder Christi Himmelfahrt)
Donnerstag 30.05.2019 Abfahrt 11:00 Tageskilometer: 20,0 km:
Das eigens für den Vegesacker Ruderverein gebautes Kirchboot „Eisbrecher“ soll heute unser Beförderungsmittel sein. Das zu Wasser lassen der Eisbrecher ist einfacher als gedacht, obwohl die flexible Rampe, die sich der Tide anpasst, um eine bequemen Zugang zum Steg zu haben, in unseren Augen sehr steil wirkt. Hilfestellung kommt von den Gastgebern. Es rudern acht Kitzinger und Kitzingerinnen, begleitet von fünf Vegesäckern; die Betreuung übernimmt Dieter Reikenberg als Steuermann.  Als Geleitboote fahren noch zwei Doppelvierer mit, mit an Bord der Vorstand Uwe Vielstich. Eigentlich handelt es sich bei dieser Fahrt um die traditionelle Ausfahrt an Christi Himmelfahrt des Vegesacker Rudervereins. Die Vegesacker waren jedoch so zuvorkommend, uns das Kirchboot trotzdem zu überlassen.  Noch einigen Übungen und Einweisungen durch den Steuermann geht es los. Die Tide spült uns quasi von der Lesum in die Weser und dann in die Ochtum. Wir sind sehr froh, einen Ortskundigen dabei zu haben. Dem Ortskundigen ist auch der erste Halt, der Ochtumer Segelverein, bekannt. Unter Anleitung wird angelegt. Im Vereinslokal, das eigens für diese Veranstaltung öffnet, lernen wir, dass Becksflachen in einer Reihe auf den Tisch zu stellen sind und wie aus Kümmerling Blumen entstehen. Die Vegesacker lernen, dass Frauen, das erste Mal bei so einer Traditionsfahrt dabei, beim gemütlichen Zusammensein nicht unbedingt störend, sondern inspirierend für die Tischkonversation sind. Begleitet wird der Exkurs von einem Schifferklavier und gemeinsamem Singen. 
Weiter geht es mit der Tide „Zur Ochtumbrücke Spille“, wo es Spargel satt gibt. Und nun lernen wir, was passiert, wenn man das „Erden“ vergisst.  (Erden, das: das Eintauchen des Zeigefingers unter einer Hochspannungsleitung, um Böses abzuwenden; wird aus praktischen Gründen vom Steuermann oder Steuerfrau vorgenommen) Der Steuermann oder die Steuerfrau, die sich nicht an die Regeln halten, bezahlen eine Runde an alle Teilnehmenden. Bevorzugt hochalkoholische, aber regionale Getränke. Die Tide bringt uns praktischerweise zurück zu unserem Ausgangspunkt. Leider bricht bei der Rückfahrt das Steuer. Dank des erfahrenen Steuermanns kommen wir trotzdem gut zurück.
Am Abend sind wir zu Gast beim Vegesacker Ruderverein. Bei einer kräftigen Käse-Lauchsuppe mit und ohne Fleisch lassen wir den Abend ausklingen. Am nächsten Tag werden uns Muskeln schmerzen, die man nur beim Kirchbootfahren braucht. Ein toller Tag geht zu Ende.

3. Tag Durch das Teufelsmoor auf der Hamme
Freitag 31.05.2019 Abfahrt 9:00 Tageskilometer: 24,0 km
Heute geht es schon ein wenig früher los. Mit den Autos fahren wir nach Osterholz-Scharmbeck zum gleichnamigen Ruderverein. Wir werden auf der Hamme durch das Teufelsmoor, mit 577km² ein großes Hochmoor. Das Moor hieß ursprünglich im Norddeutschen „Düwelsmoor“, was übersetzt in hochdeutsch „taubes“ Moor bedeutet, also unfruchtbares Moor. Der Name Teufelsmoor ist nur durch einen Übersetzungsfehler entstanden, denn Teufel gab es hier nie. Die Hamme dient als Entwässerungskanal für das Hochmoor und hat entsprechend braun gefärbtes Wasser. Früher diente die Hamme zum Transport von Torf mit Kähnen. Heute kann man als Tourist eine Torfkahnfahrt buchen.
Im Ruderverein werden wir vom hiesigen Wanderruderwart erwartet und wir leihen uns die Hükelüüt, Schwobs und Hermann Grieger und werden von Siegfried Walter, Dieter Reikenberg und Volker Osthus aus Vegesack betreut. Schließlich wissen die drei, wo die schönsten Blumen und Wiesen sind. Das Wetter ist fantastisch. Erster kultureller Halt ist der Hammehafen Worpswede. Worpswede ist eine ehemalige Künstlerkolonie. Im ausgehenden 19. Jh. ließ sich hier unter anderem die Malerin Paula Modersohn-Becker nieder. Ein Zitat von Ihr beschreibt sicherlich am besten Land und Leute hier und an allen anderen schönen Orten der Erde. „Ich habe Mitleid mit diesem schönen Stück Erde, seine Bewohner wissen nicht, wie schön es ist. Man sagt es ihnen, sie verstehen es nicht.“
Danach geht es zum Mittagessen zur Gaststätte an der Teufelsmoorschleuse. Der Weg dahin ist sehr beschaulich und lädt zur seichten Konversation oder strengen Trainingseinheiten ein. Beim Essen testen wir das Moorbier und den Jan Torf, einen einheimischen Magenlikör. Das Essen ist regional: Moorhuhn, Moorbraten und Sauerfleisch. Zurück geht es idyllisch erstmal bis zur Melchers Hütte, wo wir für Kaffee und Moorbier verweilen. Dann zurück nach Osterholz-Scharmbeck.
Am Abend sind wir bei den Osthus zur einer kalten Platte und Bier eingeladen. Wir genießen das großartige Essen, das uns Brunhilde Osthus serviert und dazu gibt es von Volker selbst gebrautes Bier. Auch einen Berg aus Eis soll es gegeben haben, allerdings war der wohl so schnell geschmolzen…..Hier nochmals ein dreifaches Hip, hip, hurra!

4.Tag Durch das Blockland auf der Wümme
Samstag 01.06.2019 Abfahrt 10:00Tageskilometer: 32,0 km
Wir starten am Vegesacker Ruderverein mit der Tide über die Lesum bis zur Wümmemündung. Wir leihen die Boote Ochtum, Weser und Uschi. Beim Einsetzen der Boote ist die Richtung der Strömung durch die Tide zu beachten. In Kitzingen kennen wir nur eine richtige Richtung. Das führte beim Einsteigen und Ablegen zur teils sehr komischen Situationen.
Betreut werden wir von Siegfried Walter, Volker Osthus und Dieter Reikenberg. Auf der Wümme ist uns wieder die Tide behilflich. Das Blockland, hat seinen Namen entweder von Brookland, was Bruchland oder niedriges Land bedeutet oder die Einteilung der Flächen in Blöcke widerspiegelt. Das kleine Fleckchen Erde hat eine bewegte Geschichte. Hier die Kurzfassung: Ehemals Moor, erst von Holländern besiedelt, zum Schutz vor immer wiederkehrenden Überschwemmungen wurde der Deich gebaut, weil Großherren zu viel Zins verlangten, lag das Land 150 Jahre „wüst“, ab dem 17. Jh galt die Regel: wer bei er Entwässrung half, durfte das Land bestellen. Wer sich informieren mag, dem lege ich die Seite www.blockland.de ans Herz.    
Das Hauptziel ist heute, nach einem kurzen Aufenthalt in Dammsiel, wo man nicht nur Akkus für das E-Bike aufladen kann, nach fast 16 kurvenreichen Kilometern, das Restaurant „Wümmeblick Hofdeich“. Hier essen wir zu Mittag: Sauerfleisch, Matjes, Scholle. Wir erzählen oder schlafen bis zum Kaffee und Kuchen und warten auf den Richtungswechsel der Strömung durch die Tide. Tolle Landschaft und ein sehr erholsamer Tag für alle.
Am Abend ein kleiner Abschlussimbiss im Hotel „Strandlust“ mit Weserblick mit anschließendem Besuch des Stadtfestes.

Teilnehmende aus Kitzingen und Berlin im Boot: Dieter von der Kall, Georg Wittmann, Monika Steinruck, Stefanie Greif, Matthias Sigloch, Klaus Kröckel, Beate Kesper, Michael Bedö, Sonja Hering  
Teilnehmerinnen mit Fahrrad aus Kitzingen und Vegesack:  Anke von der Kall, Brunhilde Osthus

Dank an unsere Sponsoren